Kontakt:

Anschrift

Knappschaftskrankenhaus
Klinik für Neurologie
In der Schornau 23-25
D-44892 Bochum

Direktor

Prof. Dr. U. Schlegel

Sekretariat

Tel.: 0234 / 299-3701
Fax.: 0234 / 299-3719
neurologie@kk-bochum.de

Studiensekretariat

Frau Sylvia Rekowski
Tel.: 0234 / 299-3703
sylvia.rekowski@kk-bochum.de

Frau Simone Stickan
simone.stickan@kk-bochum.de

Schlaganfall / Stroke Unit

Schlaganfall – was ist das?

Stroke Unit

Der Schlaganfall ist eine Erkrankung, die sich durch akut auftretende neurologische Beschwerden darstellt. Diese sind Folge einer Durchblutungsstörung in einer umschriebenen Hirnregion und können entweder durch eine Minderdurchblutung oder eine Einblutung in das Gewebe bedingt sein. Es handelt sich hierbei um eine neurologische Notfallsituation, die eine umgehende medizinische Versorgung erfordert, da der Schlaganfall eine dauerhafte Behinderung verursachen kann und nicht selten lebensbedrohliche Komplikationen nach sich zieht.

In Bochum ereignen sich pro Jahr etwa 1350 Schlaganfälle, von denen etwa 1100 durch eine Minderdurchblutung bedingt sind. Durch die zu erwartende Entwicklung der Bevölkerungsstruktur ist in den nächsten 10-15 Jahren mit einer Zunahme des Auftretens eines Schlaganfalles um etwa 20% zu rechnen. In der Versorgung stellt die vor allem in der Frühphase sehr intensive diagnostische und therapeutische Betreuung von Schlaganfallpatienten eine Herausforderung dar. Um dieser gerecht werden zu können, muss die behandelnde Abteilung hohe Qualitätsmerkmale erfüllen und eine ausgewiesene pflegerische und therapeutische Kompetenz vorhalten.

Schlaganfallbehandlung auf der Spezialstation – warum ist das so wichtig?

Ein Krankenzimmer von innen

Die Neurologische Klinik des Knappschaftskrankenhauses Bochum-Langendreer verfügt über eine neurologische Stroke Unit, d.h. über eine Spezialeinheit zur Diagnostik und Behandlung von Schlaganfällen. Die Betreuung erfolgt durch ein hoch spezialisiertes Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Sozialarbeitern und Psychologen. Die Station ist durch die Deutsche Schlaganfall Gesellschaft zertifiziert, mit einem überregionalen Versorgungsauftrag ausgestattet und in das "Netzwerk Ruhrgebiet gegen den Schlaganfall" von spezialisierten Neuro-Stroke Units eingebunden.

Es wird eine kontinuierliche Überwachung aller lebenswichtigen Funktionen durchgeführt. Zu jeder Tages- und Nachtzeit bietet die Neurologische Klinik sämtliche für die Behandlung von Schlaganfällen und allen anderen Hirngefäßerkrankungen erforderlichen modernen Methoden der Diagnostik und Therapie. Dank enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Radiologie im Hause stehen umfangreiche neuroradiologische Techniken zur Verfügung. Je nach den individuellen Erfordernissen kann so neben der Durchführung einer „einfachen“ Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT) des Kopfes auch die gestörte Hirndurchblutung mittels Perfusions-CT sichtbar gemacht werden oder ein Gefäßverschluss durch die CT-Angiographie dargestellt werden. Zur Vervollständigung des diagnostischen Arsenals werden Ultraschall-Untersuchungen zur Darstellung der hirnversorgenden Blutgefäße sowohl in der Akutdiagnostik als auch zur Verlaufskontrolle eingesetzt.

Ein Bild von einem Total Infarkt

Hierdurch sind alle Voraussetzungen gegeben, um in der Akutsituation bei Vorliegen bestimmter Bedingungen einen Gefäßverschluss nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen wieder zu eröffnen. Dies kann durch die Gabe eines Medikamentes in die Vene oder über einen Katheter in die versorgenden Arterie erfolgen. Darüber hinaus kann ggf. eine mechanische Gerinnselauflösung über den Katheter erfolgen. Zur Erkennung und spezifischen Behandlung kardialer Schlaganfallursachen besteht eine enge Kooperation mit der kardiologischen Abteilung der Medizinischen Klinik im Hause.

Eine Einblutung kann sich anfangs mit den gleichen klinischen Symptomen bemerkbar machen. Stellt sich eine solche in dem CT oder MRT dar, so wird unmittelbar und in enger Absprache mit den Neuroradiologen und Neurochirurgen der Klinik die passende Therapie besprochen und eingeleitet. Je nach Blutungstyp kann dies eine unmittelbare Operation oder eine Katheterbehandlung bedeuten, oder aber auch eine zunächst konservative Behandlung mit Überwachung auf der Intensivstation.

Wie geht es weiter nach dem Schlaganfall?

Bereits auf der Neuro-Stroke Unit werden rehabilitative Maßnahmen begonnen und die Weichen für die weitere ambulante oder stationäre Behandlung und Rehabilitation gestellt. Eine durchgehende Behandlung soll einen größtmöglichen Nutzen für unsere Patienten/Patientinnen erzielen. Einen wichtigen Baustein stellt dabei auch die individuelle Strategie zur Vermeidung weiterer Schlaganfälle, die Sekundärprophylaxe dar. Sie beinhaltet neben der so genannten Lebensstil-Modifikation (Lifestyle) insbesondere die bestmögliche medikamentöse Behandlung von Gefäßrisikofaktoren. In Fällen von Gefäßveränderungen, die einer chirurgischen Behandlung bedürfen, wird eine unmittelbare Therapieplanung in Absprache mit der chirurgischen Abteilung unseres Hauses vorgenommen.

Wieder zu Hause – was schützt mich?

Nach Beendigung der Akutbehandlung wird sich eine ambulante oder stationäre Rehabilitationsbehandlung anschließen, die bereits während des stationären Aufenthaltes in die Wege geleitet wird. Nach Beendigung der Rehabilitation erfolgt die weitere Behandlung über den Hausarzt/Hausärztin bzw. den niedergelassenen Facharzt/Fachärztin. Bei unklaren Fragen stehen auch wir selbstverständlich weiterhin zur Verfügung.

Zentrum für Schlaganfallmedizin

Immer wieder kommt es vor, dass die besondere Situation eines Betroffenen schwierige Fragen bezüglich der geeigneten Weiterbehandlung und der geeigneten Kontrolle des Behandlungserfolges aufwirft. In Einzelfällen kann dies die Zusammenarbeit der/des Hausarztes/Hausärztin mit den Spezialisten im „Zentrum für Schlaganfallmedizin“ erforderlich machen, dem besondere Untersuchungsverfahren zur Verfügung stehen. So bieten wir z.B. im Rahmen eines Forschungsprojektes eine hoch spezialisierte Kontrast-gestützte Ultraschalluntersuchung der Halsgefäße an, von der wir uns zuverlässige Aussagen über die Gefährlichkeit dieser Veränderungen erwarten. Weiterhin bemühen wir uns derzeit im Rahmen eines Pilotprojektes mit niedergelassenen Ärzten/Ärztinnen und verschiedenen Kostenträgern ein zukunftsweisendes Konzept zur verbesserten Verzahnung der stationären und ambulanten Behandlung zu erstellen.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Information der Bevölkerung und die Wissensvermittlung an professionelle Fachkräfte. So werden regelmäßig wissenschaftliche Fortbildungen für Ärzte, Pflegepersonal und Studenten über neuste Diagnose- und Therapieverfahren durchgeführt. Ebenso werden regelmäßig Informations-Veranstaltungen für Patienten gehalten bzw. Aufklärungskampagnen in der Bevölkerung durchgeführt. In diesem Rahmen besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe sowie dem Verein "Kampf dem Schlaganfall Bochum e.V.".

Ansprechpartner

  • Kommissarische Leitung PD Dr. S. Skodda (Ltd. Oberärztin)

Sprechstunden:

Nach Vereinbarung