Kontakt:

Anschrift

Knappschaftskrankenhaus
Klinik für Neurologie
In der Schornau 23-25
D-44892 Bochum

Direktor

Prof. Dr. U. Schlegel

Sekretariat

Tel.: 0234 / 299-3701
Fax.: 0234 / 299-3719
neurologie@kk-bochum.de

Studiensekretariat

Frau Anke Pox
Tel.: 0234 / 299-3703
anke.pox@kk-bochum.de

Frau Bettina Bauert
bettina.bauert@kk-bochum.de

Neuropsychologie

Patientin bei einem Test

Die Neuropsychologie ist ein interdisziplinäres Teilgebiet der Psychologie und der Neurowissenschaften. Ziel der Neuropsychologie ist es, Verhalten und Erleben vor dem Hintergrund schädigungsbezogener Zustände und Veränderungen des Gehirns und daraus resultierender funktioneller Defizite und Aktivitätsstörungen zu beschreiben und zu erklären.

Hirnschädigungen infolge einer Kopfverletzung (z.B. Schädel-Hirn-Trauma), eines Schlaganfalls, einer Hirnblutung oder infolge von Entzündungen des Gehirns, Tumoroperationen oder Vergiftungen haben in den meisten Fällen vielfältige neurologische Funktionsausfälle zur Folge (z.B. Halbseitenlähmung, Ausfall der Körperwahrnehmung, Sprachschwierigkeiten). Darüber hinaus stellen für den individuellen Patienten aber auch – je nach Lokalisation der Schädigung – Lern- und Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Störungen der Aufmerksamkeit, Orientierungsschwierigkeiten, Störungen des Planens und Problemlösens (Dysexekutives Syndrom), Störungen der räumlichen Leistungen, Schwierigkeiten bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben etc. eine große Belastung dar.

Insbesondere bei Schädigungen des Frontalhirns leiden Patienten häufig unter Persönlichkeitsveränderungen, psychischer Labilität, Apathie, aggressivem Verhalten oder einem Verlust der sozialen Distanz. Hinzu kommen meist psychische Auffälligkeiten, v.a. Depressionen aufgrund einer mangelnder Krankheitsverarbeitung und fehlender Kompensationsmöglichkeiten. Gegenstand der Klinischen Neuropsychologie ist die Diagnostik dieser Leistungsbeeinträchtigungen und die darauf aufbauende gezielte Behandlung der Störungen.

Klinisch-Neuropsychologische Diagnostik

Hilfsmittel für therapeutische Maßnahmen

Eine Hauptaufgabe der Klinischen Neuropsychologie ist die detaillierte Erfassung und Objektivierung von kognitiven und affektiven Funktionsstörungen bei Patienten mit einer Hirnschädigung im weitesten Sinne. Innerhalb dieses Aufgabengebietes sind insbesondere die Darstellung des aktuellen Funktionszustandes und die Abbildung des Verlaufes der kognitiven Leistungsfähigkeit von Bedeutung. Dabei geht es im Speziellen um die Feststellung kognitiver und affektiver Funktionsänderungen bei progredienten oder reversiblen Krankheitsverläufen, z.B. führen wir neuropsychologische Verlaufsbeobachtungen bei Patienten mit Hirntumoren nach einer Hirntumortherapie, nach stattgehabtem Schädel-Hirn-Trauma oder nach einem Schlaganfall durch.

Darüber hinaus können Effekte therapeutischer Maßnahmen evaluiert werden (z.B. Veränderung der kognitiven Leistungsfähigkeit aufgrund einer spezifischen medikamentösen Behandlung bei Morbus Parkinson oder Epilepsie). Ein weiterer wichtiger Einsatzbereich der Neuropsychologie bezieht sich auf die Diagnostik dementieller Erkrankungen (z.B. Morbus Alzheimer, Frontotemporale Demenz), die sich oftmals in einer Veränderung der kognitiven Leistungsfähigkeit, wie einer Abnahme der Gedächtnisleistung oder in einer verminderten Handlungsplanung, manifestieren können.

Eine ausführliche neuropsychologische Untersuchung umfasst folgende Funktionsbereiche:

  • Wahrnehmungsleistungen
  • Intellektuelles Leistungsniveau
  • Aufmerksamkeitsleistungen
  • Gedächtnisfunktionen
  • Planungs- und Kontrollfunktionen ("Exekutivfunktionen")
  • Sprache
  • Sensomotorische Leistungen und motorische Planung
  • Räumlich-perzeptive und räumlich-konstruktive Leistungen
  • Affektivität und Persönlichkeit
  • Dabei erfolgt diese Diagnostik mittels einer Vielzahl standardisierter Untersuchungsmethoden in Form von Papier- und Bleistift-Tests, computergestützten Testverfahren z.B. NeuroCog FX®, Fragebögen etc.

Neuropsychologische Therapie

Patientin in einer Sprechstunde

Aufbauend auf die ausführliche Diagnostik beeinträchtigter Leistungsbereiche soll im Rahmen der neuropsychologischen Therapie die Schwere der Defizite vermindert sowie der Patientin und dem Patienten eine bessere Anpassung an die Lebensumwelt und den Alltag ermöglicht werden. Zum Zwecke der kognitiven Rehabilitation kommen computergestützter Trainings-Programme wie RehaCom® oder Cogpack® zum Einsatz, mit denen gezielt die beeinträchtigten kognitiven Teilleistungen trainiert werden. Weiterhin umfasst die neuropsychologische Therapie das Trainieren von Kompensationsmöglichkeiten, z.B. die Anwendung externer Hilfsmittel oder Merkstrategien bei Gedächtnisstörungen.

Bewältigungskompetenzen zu entwickeln, mit dem Ziel, die Krankheitsverarbeitung – und akzeptanz zu verbessern. Ausserdem finden, wenn es die psychische Situation der Patientin erfordert, im Rahmen psychotherapeutischer Interventionen auch verhaltens- oder gesprächstherapeutische Elemente ihre Anwendung, die insbesondere beim Vorliegen einer depressiven Symptomatik sehr wirksam sein können. Insgesamt findet in diesem Kontext eine enge interdisziplinäre Kooperation mit Sprachtherapeuten, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten statt.

Ansprechpartner:

  • Frau Dipl.-Psych. S. Rogowski (Neuropsychologin)

Sprechstunden:

Nach Vereinbarung

Anmeldung unter:

Tel.: 0234 / 299-3701